Border Collie

 

 

Der erste Collie-ähnliche Hund wurde bereits 36 v. Chr. Im Buch „De re rustica“ von Cato und Vero erwähnt.
Es handelte sich dabei um einen recht großen, dreifarbigen Hund, der sich vom heutigen Border Collie jedoch sehr unterschied.
Diese Hunde wurden im Zuge der römischen Invasion nach Britannien eingeführt.

Im 9. Jahrhundert besetzten die Wikinger Schottland und Irland und brachten zum hüten ihrer Herden eine dem Spitz ähnliche Hundeart mit.
Langsam vermischten sich diese Hunde mit den römischen Hirtenhunden und es entwickelten sich zwei neue unterschiedliche Hundetypen:
ein kleiner, leichter Hütehund im Hochland und ein schwerer, großer Typ in den flachen Tieflagen.

Der heutige Border Collie ist eine Mischung  dieser beiden Typen.

Der Border Collie hat somit seinen Ursprung im englisch-schottischen Grenzgebiet (Border = Grenze).
Die Herkunft und Bedeutung des Wortes „Collie“ ist nicht gesichert.

Der Border Collie entwickelte sich mit seinem enormen Arbeitseinsatz zu einem wahren „Schafspezialisten“ und verdrängte dadurch weitgehend die anderen britischen Hütehunde aus ihrem Arbeitseinsatz.
Die Fähigkeit an Tieren, auch selbstständig zu arbeiten ist dem Border Collie angeboren.

Als Urvater des modernen Border Collie gilt der von dem Farmer Adam Telfer gezüchtete, 1893 geborene Border Collie „Old Hemp“, der aufgrund seines überragenden Schafhüteverhaltens als Zuchtrüde sehr großen Einsatz fand ( er wurde so Vater von über 200 Söhnen und unzähligen Töchtern).

Für die Schäfer wurde der intelligente und gehorsame Border Collie immer mehr zum unentbehrlichen Helfer.
1873 wurde der erste Hütehund-Wettbewerb (Sheepdogtrial) abgehalten, um die Leistung der einzelnen Hunde zu ihren Konkurrenten zu zeigen.

Im Jahr 1906 wurde die ISDS (International Sheep Dog Society) in England gegründet, welche ein Register für arbeitende Hütehunde einführte um die Hüteleistung darzulegen.

Die Rassebezeichnung „Border Collie“ wurde 1910 geprägt.

1976 wurde der Border Collie im Einvernehmen mit dem ISDS vom Kennel Club in London als Rasse für Ausstellungen anerkannt. Ein Rassestandard wurde aufgestellt und der Border Collie fand somit seinen Weg in den Ausstellungsring.

Im Jahr 1978 wurde dies von der FCI genehmigt und der „Club für britische Hütehunde e.V.“ übernahm die zuchtbuchmäßige Betreuung der Rasse.

 

Der Border Collie ist ein faszinierender Hund. Seine Lernfähigkeit, Leichtführigkeit und Klugheit, sowie seine Begeisterung für Arbeit sind einmalig.
Der Border Collie ist aufmerksam, klug, sehr lernfähig und sportlich.
Seine Bereitwilligkeit, sein „will to please“ führen ihn aber auch oftmals an die Grenzen seiner Kräfte.

Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass der Border Collie auch ein sehr anspruchsvoller Hund ist, der eine konsequente Führung braucht und seinem Besitzer praktische und geistige Aufgaben abverlangt.

Der Border Collie gehört nicht zu den typischen Familienhunden, schließlich wurde er ursprünglich als Arbeitshund gezüchtet.
Er will sich nützlich machen und braucht seine Aufgaben (Trials, Agility, Obedience).

Man benötigt ein Maximum an Zeit um seinen enormen Bedürfnissen nach Aktivität gerecht zu werden.


 
 

Border Collie Rassestandard

• FCI-Standard-Nr. 297 vom 8.9.1988 • Ursprungsland: Großbritannien

 

Allgemeines Erscheinungsbild: 

Die allgemeine Erscheinung soll die eines gut proportionierten Hundes sein, wobei die geschmeidigen Außenlinien Qualität, Anmut und vollkommene Harmonie in Verbindung mit genügend Substanz zeigen, wodurch der Eindruck entsteht, daß der Hund zu ausdauernder Leistung fähig ist. Jegliche Tendenz zu Plumpheit oder Schwäche ist unerwünscht.

Wichtige Maßverhältnisse (Proportionen): 

Oberkopf und Nasenrücken etwa gleich lang. Der Körper soll im Vergleich zur Schulterhöhe etwas länger sein.

Verhalten und Charakter: 

Aufgeweckt, aufmerksam, führig und intelligent, weder nervös noch aggressiv.

Kopf:

  • Oberkopf: 

Schädel ziemlich breit, Hinterhaupthöcker nicht ausgeprägt. Stop: Sehr ausgeprägt.

  • Gesichtsschädel
    • Nase: Schwarz, außer bei braunen oder schokoladefarbenen Hunden, wo sie braun sein darf. Bei blauen Hunden sollte sie schieferfarben sein. Nasenlöcher gut entwickelt.
    • Schnauze: Fang sich zur Nase hin verjüngend, mäßig kurz und kräftig.
    • Backen: Weder voll noch abgerundet.
    • Gebiss: Kräftig mit einem fehlerlosen, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, d.h., ein Gebiss, bei dem die Schneidezähne des Oberkiefers knapp über die Schneidezähne des Unterkiefers greifen, wobei sie senkrecht zum Kiefer gestellt sind.
    • Augen: Weit auseinanderstehend, oval, von mittlerer Größe und braun außer bei blue-merles, wo ein Auge oder beide teilweise oder ganz blau sein dürfen. Ausdruck sanft, aufgeweckt, aufmerksam und intelligent.
    • Ohren: Ohren von mittlerer Größe und Textur, weit auseinanderstehend, aufrecht oder halb aufrecht getragen, ausdrucksvoll beweglich.
    • Hals: Von guter Länge, kräftig und muskulös, leicht gewölbt und zu den Schultern hin breiter werdend.

Körper: Körper von athletischem Aussehen.

  • Brust: Tief und ziemlich breit. Rippen gut gewölbt.
  • Lenden: Muskulös aber nicht aufgezogen. Der Hund ist etwas länger als hoch.
  • Kruppe: Breit und muskulös, von der Seite gesehen anmutig zum Rutenansatz hin verlaufend.
  • Rute: Mäßig lang, mit ihrem letzten Wirbel mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, tief angesetzt, gut behaart und mit einem Aufwärtsschwung am Ende, der die anmutige Außenlinie und Harmonie des Hundes abrundet. Im Erregungszustand kann die Rute höher, aber nie über dem Rücken getragen werden.
  • Hoden: Die Rüden müssen zwei äußerlich normale gut in den Hodensack abgestiegene Hoden aufweisen.

Gliedmassen

  • Vorderhand: Vorderläufe von vorne gesehen, parallel, Fesseln von der Seite betrachtet leicht schräg gestellt. Knochen kräftig aber nicht grob. Schultern gut zurückgelegt, Ellbogen dicht am Körper anliegend.
  • Pfoten: Pfoten oval, Ballen gut gepolstert, kräftig und gesund, Zehen gewölbt, eng aneinanderliegend, Krallen kurz und kräftig.
  • Hinterhand: Oberschenkel lang, kräftig und muskulös, mit gut gewinkelten Kniegelenken und kräftigen tiefgestellten Sprunggelenken. Vom Sprunggelenk bis zum Boden starken Knochenbau. Hinterbeine von hinten gesehen parallel.

Gangwerk: 

Die Bewegung soll frei, fließend und unermüdlich sein, wobei die Pfoten möglichst wenig abgehoben werden, damit sich der Hund schleichend und mit großer Geschwindigkeit bewegen kann.

Haarkleid

  • Beschaffenheit des Haares: Zwei Fellvarietäten sind anerkannt, eine mäßig lange und eine stockhaarige. Bei beiden Varianten Deckhaar dicht und von mittlerer Textur, Unterwolle weich und dicht, was dem Border Collie einen wetterfesten Schutz verleiht. Bei der mäßig langen Fellvarietät bildet das reichliche Haarkleid Mähne, Hosen und Fahne. An Gesicht, Ohren, Vorderläufen (ausgenommen Federn) und Hinterläufen vom Sprunggelenk bis zum Boden, soll das Haar kurz und glatt sein.
  • Farbe: Eine Vielfalt von Farben ist erlaubt, wobei weiß nie vorherrschen soll.

Größe: 

Idealhöhe Rüden: 53 cm, Hündinnen etwas kleiner.

Fehler: 

Jede Abweichung von den obengenannten Punkten soll als Fehler angesehen werden, wobei deren Gewichtung der Schwere des Fehlers Rechnung tragen soll.

 

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